Freizeit- wie verbringst du und deine Familie die freie Zeit? Finde hier einige Denkanstöße für deine Hobbys!

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Freizeit- wie verbringst du und deine Familie die freie Zeit? Finde hier einige Denkanstöße für deine Hobbys!
Freizeit Hobbys

Das Phänomen Freizeit – gar nicht so lange her

Freizeit ist ein wertvolles Gut. Hatten wir je so viel Freizeitanteil am Tag wie heute, also abgesehen von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit? Wahrscheinlich nie, bezogen auf die einfache Bevölkerung. Zwar haben sich früher auch schon Reiche und Aristokraten den Müßiggang leisten können, aber das konnte nur auf dem Rücken ihrer gesellschaftlichen Stellung und durch das Tagwerk vieler Untergebener geschehen. Freizeit wird klassisch definiert als Restzeit des Tages, nach Abzug der Arbeitszeit. Der Begriff ist dabei erstaunlich modern, er erscheint nämlich nicht früher als 1823 bei Friedrich Fröbel. Als Wörterbucheintrag sogar nochmals mehr als vierzig Jahre später, im Wörterbuch von Daniel Sanders. Ein Anspruch auf einen gewissen Anteil arbeitsfreier Zeit wurde erst durch Arbeiterbewegungen während der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erstritten. Seitdem ist der Stundentag kontinuierlich geringer geworden und damit der Freizeitanteil größer. Nun kannst du darin Entspannung suchen, oder die freie Zeit mit Tätigkeiten füllen, die dir mehr als nur Müßiggang verschaffen. Die Angebote dazu sind wohl noch nie so vielfältig gewesen.

Wie war das Leben, bevor irgendwer an Freizeit dachte?

Immerhin hatte die Bevölkerung die längste Zeit in unserem Kulturraum üblicherweise den siebten Tag der Woche, den Sonntag, arbeitsfrei. Aber konnte man da wirklich die Beine hochlegen? Pause vom Erwerbsleben ist ja noch nicht gleichbedeutend mit Freizeit. In den Familien entstand ja unabhängig vom Beruf oder der Anstellung bei der Herrschaft selbst Arbeit, die außerhalb des Erwerbslebens noch erledigt werden musste. Der Samstag war voll davon. Andere Pflichten nahmen selbst am Sonntag ihren Teil weg, etwa der obligatorische Kirchgang. Heute selbstverständliche Dinge wie Urlaub waren unüblich und konnten auch nicht als ein gesetzlicher Anspruch eingefordert werden. Fanden Kinder aus einfachen Verhältnissen Gelegenheit zum Spielen, so stand dazu keine Bespaßungsindustrie bereit, sondern es wurde aus einfachen Alltagsdingen Spielzeug gefertigt oder draußen auf der Straße improvisiert. Viele Spielarten unserer Großeltern haben noch diesen improvisierten Charakter, wie Hüpfspiele über Kreidezeichnungen auf der Straße, Fangspiele wie Blindekuh oder dergleichen. Sport war bis Ende des 19. Jahrhunderts meist nur Athletik, wie noch aus der Antike bekannt. Erst jetzt kamen neu erfundene Mannschaftssportarten wie der Fußball aus England hinzu und wurden im 20. Jahrhundert schließlich zum Breitensport. Noch später setzt in der Forschung die Erkenntnis einer Wertschätzung des Potenzials guter Freizeitbetätigung ein. Der Wert der Entspannung oder Selbstverbesserung, wie sie über planvolle Freizeitnutzung möglich ist, war nicht sofort offensichtlich.

Verreisen – zurerst ein Luxus

Touristik an sich war im 18. Jahrhundert noch ein Privileg für reiche Müßiggänger, als die ersten organisierten Pauschalreisen aufkamen. Ein echtes Massenphänomen wurde das Verreisen und Erholen an anderen Orten, verbunden mit einem Dienstleistungsangebot, erst nach dem Weltkrieg in der Wirtschaftswunderzeit. Im frühen 20. Jahrhundert mussten sich die meisten noch mit Tagesausflügen oder Wochenenden mit der damals populären Wandervogelbewegung begnügen. Dafür genügten eine Gitarre und gute Wanderschuhe. Zuerst in den Städten reagierten neue Unterhaltungsangebote auf die wachsene Freizeit in der Bevölkerung, gestützt auf neue Technik wie das Kinotheater oder preiswerter gewordene ältere Technik, wie dem Buchdruck mit erschwinglichen ‚Volksausgaben‘ beliebter Bücher. Modetänze des Gesellschaftstanzes kamen auf, die an Wochenenden Tanzhallen füllten. Immerhin ließ sich mit der Freizeit anderer Leute jetzt im großen Stil Geld verdienen und eine eigene Unterhaltungsindustrie für Entspannung oder Nervenkitzel aufbauen.

Wenn Freiheit nicht erlernt worden ist…

Kaum haben die Leute jedoch „zu viel freie Zeit“, schlägt das Pendel wieder in die andere Richtung aus. Langeweile und Verdruss stellen sich ein, die „Decke fällt auf den Kopf“. Wenn man Freizeit als ‚Problem‘ ansehen möchte, dann werden als Probleme von der Deutschen Gesellschaft für Freizeit 1986 benannt: persönliche und soziale Schwierigkeiten in der Zeit abseits der Arbeit, wie Abhängigkeiten, Sucht, Einsamkeit, Langeweile, Benachteiligung durch Familie, Wohnumfeld, Zugehörigkeit zu benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Dann noch mangelnde Freizeitkompetenz (nicht wissen, wie man mit der Zeit umgehen soll) oder fehlende Infrastruktur mit Freizeiteinrichtungen oder -angeboten, etwa mancherorts auf dem Land. Eine Umfrage des B.A.T. Freizeit-Forschungsinstituts Hamburg ergab im Jahr 1994, dass 36 % der Leute auf Langeweile mit Fernsehen reagierten, 33 % setzen auf Sport, 29 % hören Musik und 27 % besuchen Freunde. In dieser Zeit Entspannung zu finden, will also erlernt sein und nicht jeder kann das aus dem Ärmel heraus. Der Fernsehkonsum ist ohnehin seit der Aufkommen des Privatfernsehens stark gestiegen, 1990 soll er bei 90 % Benennung unter den „liebsten Freizeitbeschäftigungen“ gelegen haben, 2015 liegt Fernsehen sogar bei 97 %. Internetnutzung liegt seit 2015 auf dem vierten Platz oder 73 %, hat dabei den Lesestoff Zeitung überholt. Man soll’s nicht für möglich halten, aber für manche Leute ist mehr freie Zeit tatsächlich ein Stressfaktor, mit dem sie nicht klar kommen. Ihnen fehlt das richtige Hobby.

Freizeit – was darf der Spaß kosten?

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Wo mehr Freizeit entsteht und ihr Stellenwert steigt, während Arbeit als ‚Daseinszweck‘ weniger wichtig oder gar abgelegt wird, wird man auch bereit sein, mehr dafür auszugeben. Interessant ist eine Umfrage von Forsa im Auftrag von Sparwelt.de aus dem Jahr 2019 : Nach deren Ergebnis sind Paare eher zu Auslagen bereit als Singles. Das hättest du wohl schon geahnt. Interessant ist, dass Social Media gar nicht so einflussreich sind, was die Inspirationen angeht, sondern mehr Gewicht auf Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis und (immer noch) klassische Anzeigen in Printmedien gelegt wird. Bei den Freizeitaktivitäten wird aber in der Forsa-Umfrage nur nach Gastronomie, Kino, Kultur, Sport, Tanzen, Konzerte und Ausflügen unterschieden. Viele der Hobbies, wie auf Hobbylei angesprochen, fallen jedoch durch dieses Betrachtungsraster. Quelle: Grafik Sparwelt.de

Die Aussagen des Statistischen Bundesamtes für 2017 zeigen einen Riesenvorsprung der monatlichen privaten Ausgaben für Pauschalreisen,freizeit hobbys kurse in deutschland gefolgt von Freizeitdienstleistungen, die erst in großem Abstand von Ausgaben für Zeitschriften, den Garten und Hobbies gefolgt werden, auf gleicher Höhe mit Ausgaben für Haustieren.

 

 

Aufregung, Entspannung und viele Nuancen dazwischen

Heute sehen wir in der Freizeitbranche richtige Modeerscheinungen. Ihr erinnert euch an Aerobic? Das war eine solche auf dem Gebiet der Fitness. Oder das Bungee-Springen von Kränen oder Brücken. In jüngster Zeit könnte man Extremsportarten als neuesten Trend bezeichnen: das Klettern an Steilhängen etwa, das auch als harmlose Variante mit Sicherungsgurt in Hallen betrieben werden kann. Natürlich bringen wir im selben Hobby aber nie die Faulenzer und die Extremsportler unter einen Hut. Freizeit wird immer alle Bereiche abdecken müssen, von passiven Nichtstun für die Entspannung, über Lernbegierde bis zum Extremsport. Die Marktforschung lässt nichts unversucht, um die beliebtesten Freizeitaktivitäten herauszufinden, denn damit lässt sich Geld verdienen.

Denkanstöße aus der Freizeitforschung

Die wissenschaftliche Freizeitforschung kennt die Begriffe der negativen und positiven Freizeitdefinition. Nach der ersten Sichtweise ist Freizeit die sogenannte Restzeit der Arbeitszeit, orientiert sich also an dieser. Nach der positiven Freizeitdefinition ist sie ohne Blick auf die Arbeit als frei verfügbare Zeit definiert. Dann gibt es noch wissenschaftliche Betrachtungen, die gar nicht unter Freizeit und Arbeitszeit unterscheiden wollen, sondern die Lebenszeit in Determinationszeit (fremdbestimmt), Obligationszeit (zweckbestimmt) und Dispositionszeit (selbstbestimmte Zeit) unterscheiden (Opaschowski 1987). Das ist freilich eher für Menschen im Erwerbsleben anwendbar. Der Brockhaus von 1988 kennt nicht weniger als 40 Definitionen des Begriffs, was sich aus diversen Blickweisen und Positionen so ergibt. Nach Markowetz (2007) ist ihr eine große Bedeutung für die Selbstverwirklichung beizumessen. Dazu sieht er sie als „Ausdruck von Lebensqualität, sozialer Anerkennung und des Integriertseins“. Ins Schwimmen kommt die Freizeitforschung, wenn sich, wie öfters bei Freiberuflern, Entspannung in gewerblichen Tätigkeiten finden lässt, die also einerseits zum Erwerbsleben gehören, anderenseits von Außenstehenden als ‚Luxus‘ oder Hobby definiert werden würden. Und du kannst ja schreinern, also handwerklich arbeiten, rein als Hobby.

Wohin geht die Reise mit unserer Freizeit noch?

Die jüngste gesellschaftliche Entwicklung zeigt ja eine weitere Auflösung der Trennlinie zwischen strengen Arbeitszeiten und dem Freizeitbereich. Aktuell sehen wir einen starken Trend hin zum ‚Homeoffice‘ aufgrund der Corona-Abstandsregeln und der Auslagerung von Arbeitsplätzen, was ja zu einer Durchdringung des Privatbereichs mit beruflichen Aufgaben führen muss. Die Trennung von Arbeit und Freizeit wird schwerer. Anderenseits gewinnen wir durch weniger Anlässe, zum klassischen Arbeitsplatz zu pendeln, an Zeit (für uns selbst). Diese verbringen wir sonst im Zug, Bus oder hinter dem Lenkrad. Wie immer muss sich die Gesellschaft auf solche Veränderungen einstellen. Nicht jeder weiß sogleich etwas mit mehr Zeit anzufangen. Hier kann unsere Hobbylei Hobbysuche rasch Entspannung bringen und die Ratlosigkeit beenden. Wo ein Hobby für wachsende Zeiträume nicht ausreicht, kannst du auch ein zweites hinzunehmen. Hey, und dann gibt es sogar welche, die sich zur Einnahmequelle ausweiten lassen und dann auch irgendwie zu einer ‚Arbeit‘ werden; einer eher angenehmeren Art von Arbeit.

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